4er-Pokal Zwischenrunde auf NRW- Ebene

Nach der sehr erfolgreichen Saison im Mannschaftspokal, der umgangssprachlich Vierer-Pokal genannt wird (da jeder Verein eine Mannschaft mit vier Spielern ins Rennen schickt), schaffte es unser Verein sich für die Vorrunde auf NRW-Ebene zu qualifizieren. Zur Erinnerung: Erst im Finale des Viererpokals auf Bezirksebene musste sich unsere Mannschaft, nach einem spannenden Kampf, dem SV Waltrop geschlagen geben. Dennoch durfte sich unser Verein als Zweiter über die Qualifikation für NRW freuen. Die Zwischenrunde auf NRW-Ebene wurde, wie in den vergangenen Jahren auch, passend zum umgangssprachlichen Namen, in Vierer-Gruppen durchgeführt. Die Gruppeneinteilung ergab, dass wir für das Wochenende 18./19.04.2026 zusammen mit dem SV Welper und dem SV Hennef zum MS Halver-Schalksmühle reisen mussten. Vor Ort sollten dann die Paarungen für die Samstagsspiele gelost werden. Die Gewinner der beiden Samstagskämpfe sollten dann am Sonntag aufeinander treffen, während die beiden Verlierer frühzeitig aus dem Mannschaftspokal ausscheiden.

In der Besetzung Michael Jungbluth, Martin Müller, Heiko Nowicki und Oliver Distelrath machten wir uns am Samstag, 18.04.2026, auf den Weg ins Sauerland um uns zunächst für ein weiteres Spiel am Sonntag und letztendlich auch die für die Zwischenrunde auf NRW-Ebene zu qualifizieren. Wir machten uns frühzeitig auf den Weg und waren somit auch Überpünktlich am Spiellokal. Allerdings auch komplett alleine. Weder Ausrichter, noch Schiedsrichter, noch die anderen Mannschaften waren vor Ort…nach einiger Wartezeit und einigen Telefonaten stellte sich heraus, dass wir aufgrund fehlerhafter Veröffentlichungen und einer veralteten Mailadresse am falschen Spiellokal, dem Feuerwehrhaus in Spormecke waren, jedoch zum Feuerwehrhaus in Schalksmühle mussten. Dort angekommen zeigten alle Anwesenden großes Verständnis, sodass es keine zusätzlichen Probleme gab. Allerdings erwartete uns dort die nächste Überraschung. Vor Ort waren nur die Ausrichtermannschaft, Halver-Schalksmühle, und Schiedsrichter Wolfgang Deinert, der den Viererpokal vor Ort leiten sollte. Hier erfuhren wir, dass Welper und Hennef die Pokalspiele leider abgesagt hatten, sodass bereits am Samstag das “Endspiel” für die nächste Runde zwischen Halver-Schalksmühle und uns anstand. Vor Ort wurde durch Wolfgang Deinert dann die Heimmannschaft ausgelost. Dies ergab, dass Halver-Schalksmühle das Heimrecht besaß. Somit hatten wir an den Brettern 1 und 4 (Micha + Olli) weiß und an den Brettern 2 + 3 (Mue + Heiko) schwarz. Um kurz nach 13 Uhr begannen dann die Partien im Normalschach mit einer Bedenkzeit von 90 Minuten für 40 Züge + 30 Minuten für den Rest der Partie + 30 Sekunden pro Zug.

Als erstes beendete Micha an Brett 1 seine Partie. Im Mittelspiel verkalkulierte sich Micha ein wenig, wodurch neben der offenen f-Linie auch die Läuferdiagonale seines Gegners freigegeben wurde. In der Folge musste Micha eine Qualität in der Hoffnung auf Gegenspiel hergeben. Sein Gegner setzte seinen Stellungs- und Materialvorteil jedoch sehr souverän zu einem Sieg um, sodass wir nach knapp 2 Stunden 0:1 hinten lagen. Eine knappe Stunde später endeten auch die Partien von Heiko und Olli. Im besten Fall hätten wir dort zwei Siege für ein Weiterkommen benötigt. Olli schaffte den exakten Ausgleich zu Michas Partie. Durch druckvolles Spiel und Linienöffnungen am Königsflügel gelang es Olli mit Qualitäts- und Bauernvorteil ins Endspiel überzugehen. Sein Gegner konnte die Stellung nicht mehr halten und Olli gelang der Punktgewinn für unsere Mannschaft. Im anderen Spiel setzte Heiko ebenfalls alles auf eine siegreiche Partie, nachdem auch er im Mittelspiel mit einer Qualität weniger auskommen musste. Ein ambitionierter Gegenangriff brachte jedoch keinen Erfolg. Somit musste Heiko leider weiteren Materialverlust hinnehmen und dem Gegner zum Gewinn gratulieren. Dies bedeutete auch die Entscheidung des Kampfes. Auch bei einem Sieg zum 2:2 durch Mue an Brett an 2, hätte der Gastgeber aufgrund der “Berliner Wertung” (Sieg an Brett 1 = 4 Feinwertungspunkte + Sieg an Brett 3 = 2 Feinwertungspunkte, zu Sieg an Brett 2 = 3 Feinwertungspunkte + Sieg an Brett 4 = 1 Feinwertungsunkt, insgesamt also 7:4 für Halver-Schalksmühle) das Weiterkommen gesichert. Somit bot Mue an Brett 2 wenig später seinem Gegner in einem augenscheinlich recht ausgeglichenen Endspiel Remis an. Nach einigen weiteren Zügen gab sich sein Gegner mit Dame + Springer gegen Dame + Läufer von Mue mit jeweils gleicher Bauernanzahl ebenfalls mit dem Remis zufrieden. Viele der danach analysierten Varianten kam auch auf das gleiche Ergebnis.

Trotz des Ausscheidens ließ unsere Mannschaft den Abend entspannt und gesellig ausklingen. Nach einem Abendessen in einer nahegelegen Pizzeria, aufgrund der Empfehlung eines Spielers von Halver-Schalksmühle, gab es noch einen kurzen Stadtrundgang mit einem Eis auf die Hand. Danach ging es in das gebuchte Hotel in Lüdenscheid, weil bereits einige Zeit vor dem Spiel die Hoffnung auf einen weiteren Kamp am Sonntag bestand. In gemütlicher Atmosphäre wurde der Abend dann bei dem ein oder anderen Kaltgetränk in einer Kneipe in der Nähe des Hotels beendet, ehe es in dieses zurückging. Passend zu dem Tag war auch das Türschild im Hotel, welches nicht den klassischen Aufdruck “Bitte nicht stören”, sondern “Ich träume noch” hatte. So können wir zwar nicht mehr am Samstagabend, aber zumindest in der nächsten Saison wieder davon träumen erneut die Vor- und dann evtl. auch die Zwischenrunde im Viererpokal auf NRW-Ebene zu erreichen 😉 An dieser Stelle bleibt nur noch zu sagen: Vielen Dank an Wolfgang Deinert für die Spielleitung und dem MS Springer Halver-Schalksmühle für die Ausrichtung und viel Erfolg für die Zwischenrunde im Mannschaftspokal. Und vielleicht sieht man sich zu einer Revanche im kommenden Jahr wieder!

  • Chris
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Erkenschwick ist Bundesligist!

Ein Blick über den Tellerrand kann manchmal nicht schaden: Das Flaggschiff unseres Schachbezirks, der SV Erkenschwick ist durch einen 5:3 Stichkampfsieg gegen den ältesten Schachverein Deutschlands, den Münchener SC 1836, in die Schach-Bundesliga aufgestiegen! Wir gratulieren unserem großen Nachbarn zu diesem Erfolg herzlich.
 
 Nach vielen Jahren ist unser Bezirk damit wieder in der Bundesliga vertreten. Zuletzt war dies mein alter Stammverein, der SV Castrop-Rauxel, der immerhin von 1993 bis zum Jahr 2002 Bundesligist war. Und hier schließt sich der Kreis für mich wieder, denn beim Münchener SC spielten meine alten Mannschaftskollegen GM Michael Hoffmann und IM Dr. Dirk Hennig, die im Stichkampf beide gegen Erkenschwick remisierten. 
 
Nachdem das Ruhrgebiet mit Bochum 31, SV Wattenscheid und Mülheim-Nord leider alle Bundesligisten verloren hat, gibt es jetzt mit Erkenschwick wieder einen neuen Verein in der Region, bei dem man als Zuschauer auch einmal Bundesligaluft schnuppern kann, was sehr erfreulich ist.
 
-Rainer Kaeding
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DSAM Hannover

Am letzten Wochenende (06. – 08.03.26) war es wieder so weit. Das nächste Turnier der DSAM, Deutsche Schach Amateur Meisterschaft, stand an. Gespielt wurden 5 Runden im Maritim Hotel am Flughafen in Hannover mit einer Bedenkzeit von 90 Minuten für 40 Züge und 15 Minuten Zusatzzeit. Zusätzlich gab es 30 Sekunden pro ausgeführten Zug dazu. Von unserem Verein machte sich diesmal nur Chris Engelmann auf den Weg nach Niedersachsen. Er trat in der Gruppe D an, welche eine Spielstärke von 1601 – 1750 DWZ/ELO vorsieht. 

Für die erste Runde Freitag Morgen hätten ich (Chris) und mein Gegner uns den “weiten” Weg nach Hannover sparen können. Es kam direkt zum Bezirksduell gegen Timo Schneider, einer der vier Turnierteilnehmer vom SV Datteln. Die Partie selbst bot auch wenig spektakuläres, sodass wir uns auf ein friedliches Remis nach 15 Zügen einigten. In der zweiten Partie des Tages wollte ich dann mit weiß einen vollen Punkt holen. Aber im Leben bekommt man nicht immer das was man möchte. Nachdem ich eine Kombination meines Gegners übersehen hatte, was mich einen Bauern gekostet hat, musste ich darum kämpfen überhaupt etwas Zählbares mitzunehmen. Mit viel Mühe und Not konnte ich in ein Damenendspiel abwickeln und ein Dauerschach herausholen, sodass auch die zweite Partie Remis ausging. 

Samstag Morgen stand dann pünktlich um 09:00 Uhr Runde 3 mit schwarz an. Nachdem die ersten Theoriezüge in der italienischen Eröffnung gespielt waren, spielte mein Gegner im Übergang zum Mittelspiel etwas ungenau. Durch einen taktischen Qualitätsgewinn und eine unschöne Stellung gab mein Gegner somit bereits nach 14 Zügen auf und es stand der erste volle Punkt auf dem Zählkonto. Die zweite Partie des Tages ging deutlich länger. Ich überspielte meinen 13 jährigen Gegner ein wenig, der auf die Rochade verzichtet hat und selbst am Königsflügel angreifen wollte. In der Folge musste er sich aber selbst einem zähen Verteidigungskampf stellen. Auch wenn er viele gute Verteidigungszüge gefunden hat, konnte er die Stellung mit dem König in der Mitte irgendwann nicht mehr halten. Somit fuhr ich meinen zweiten Punkt des Tages ein.

Mit drei Punkten aus vier Partien ging es somit in die Schlussrunde am Sonntag Morgen. In der Partie passierte nicht viel, sodass es nach der dritten schnellen Partie mit Schwarz aussah. Deshalb hab ich mir gedacht, ich muss mir selbst das Leben bzw. die Partie schwer machen und habe ein Damenschach meines Gegners zugelassen, wonach ich mit meinem König nach d7 musste, wenn ich meinen Turm behalten wollte. In der Folge brauchte ich dann nicht mehr viel überlegen, denn ich hatte immer nur noch einen Zug, der legal ist, der nicht die Dame einstellt und nicht sofort zum Matt führt. Über die Felder e6, f6 und g6 wanderte mein König bis nach h6. Mein Gegner fand allerdings die Fortsetzung zum Matt oder in ein gewonnes Endpsiel nicht, sodass ich mich tatsächlich stabilisieren konnte und mein Gegner im Dame/Springer-Endspiel mein Remisangebot annahm. 

Als persönliches Turnier-Fazit: Ungeschlagen landete ich mit 3,5 Punkten auf Platz 23 in meiner mit 126 Teilnehmern gut besetzten Gruppe. Mit dem Ergebnis und den Spielen mit Ausnahme meiner, auch im sprichwörtlichen Sinne, Sonntagspartie bin auf jeden Fall sehr zufrieden. Die Spielbedingungen in Hannover waren sehr angenehm. So konnten fast alle Teilnehmer in den 7 Gruppen in einem großen Raum spielen und die Orga lief wieder hervorragend, sodass jede Runde nach ein paar Ansagen pünktlich gestartet ist. Einzig nicht so toll war, dass die günstigen Getränkepreise vom letzten Turnier in Bonn nicht übernommen wurden und wieder der “Hotelpreis” für Getränke galt. 

Und als persönliches Hannover-Fazit: Ich war durch das Turnier zum ersten Mal in Hannover. Und ich komme auch sehr gerne wieder. Da ich bereits Mittwoch angereist bin und bis Montag geblieben bin, hatte ich auch Zeit für ein Besuch im Zoo am Donnerstag und konnte das Fußballspiels Hannover 96 – Greuter Fürth live in der Arena am Sonntag verfolgen. Und obwohl der Spielort am Flughafen etwas außerhalb von Hannover liegt, konnte ich durch meine schnellen Partien am Morgen auch ein erfrischendes Getränk in der Sonne auf der Restaurantterasse am Maschsee genießen oder ein Abstecher zur Stärkung in die Markthalle machen. Alles in allem ein echt tolles Wochenende. Das einzig Negative war die Heimniederlage von Hannover am Sonntag. Wobei auch das aus Schalker Sicht eigentlich positiv zu sehen ist.

Bereits in knapp 2 Wochen steht dann das nächste Turnier der DSAM an. Es geht für mehrere Unser Fritzer an die Ostsee nach Travemünde. 

  • Chris
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