Letzte Woche (17. – 23.08.26) stand wieder die Recklinghäuser Schachwoche auf dem Plan. Das vom Recklinghäuser SV jährlich ausgetragene Turnier im Pfarrzentrum St. Gertrudis zeichnet sich einerseits dadurch aus, dass pro Tag nur eine Runde zu spielen ist. Andererseits spielt auch die entspannte Turnieratmosphäre eine wichtige Rolle, wo die Spieler gerne nach den Runden noch bei einer Currywurst, einem kalten Getränk oder einem Stück Kuchen zusammenbleiben. Dennoch war dieses Jahr vom SV Unser Fritz nur Chris Engelmann dabei, was vermutlich auch am parallel laufendem “Sommerschach” in Dortmund lag, wo einige Unser Fritzer dran teilnahmen.
Mit der klassichen Verzögerung, wie bei fast jedem Turnier, und zusätzlich einem streikenden Drucker, begann am Montag (17.08.26) die erste Runde mit 79 Teilnehmern. Angesetzt waren 7 Runden im Schweizer System mit 90 Minuten für 40 Züge + 30 Minuten für den Rest der Partie + 30s pro Zug. Chris bekam es in Runde 1 sofort mit einem der acht Titelträger zu tun. Sein Gegner war Heiko Kummerow vom SV Erkenschwick. Chris schenkte früh einen Bauern her, bekam diesen zwar im Partieverlauf zurückgeschenkt, patzte im Endpsiel aber erneut, sodass Heiko den vollen Punkt einfuhr. In Runde zwei lief es genau anders herum, dort verrechnete sich Chris Gegner bei einem Bauerndurchbruch in einem ausgeglichenen Turmendspiel und Chris nahm den vollen Punkt mit in Runde 3. Dies war das nächste Bezirksduell gegen Guido Seppelfricke von Rochade Disteln. In einer DWZ-gewerteten Partie konnte diesen bisher kein Unser Fritzer schlagen. Und es blieb weiterhin dabei. Chris bekam kein Gegenspiel und Guido beendet die Partie mit einem schönen Damenopfer. In Runde 4 bot sich eine spannende Königsgambit-Partie, wo sich Chris im Mittelspiel Vorteile erkämpfen konnte und somit den Niederlage/Sieg-Trend fortsetzen konnte. Und dieser Trend ging auch in Runde 5 weiter. Weil Chris eine gute Chance auf Gegenspiel verpasste, wie ihm sein Gegner hinterher zeigte, stand er zu gedrückt. Als dann noch sein Läufer kein Feld mehr hatte, musste er seinem Gegner endgültig gratulieren. Erwartungsgemäß wäre in der nächsten Runde wieder ein Sieg dran gewesen, was auch Chris Ziel war und er somit das zwischenzeitliche Remisangebot seines Gegner ablehnte. Allerdings musste er sein Ziel korrigieren, als er wie in Runde 1 einen Bauern einstellte. Nach über 5 Stunden Spielzeit beendete Chris nächster Fehler die Partie im Damenendendspiel. Sein Gegner schaffte es die Damen zu tauschen und der Mehrbauer machte somit den Ausschlag.
Da sich Chris für die letzte Runde am Sonntag abgemeldet hatte, endete das Turnier für ihn mit 2 aus 6. Wie in den vergangenen Monaten sehr oft, beschreiben es aus schachlicher Sicht die Worte eines Zuschauers an ihn (“das Turnier läuft echt nicht gut für dich”), sehr treffend. Die super Verpflegung, die entspannte Atmosphäre und die lustigen Gespräche mit den anderen Teilnehmern und Zuschauern sorgten dennoch für gute Stimmung.
Bleibt noch dem Gewinner Tom Rebentisch (6/7), vor Simon Knudsen, Kemal Bashirov, Jakob Weidemann und Tobias Jugelt (alle 5,5 Punkte) zu gratulieren. Und natürlich vielen Dank zu sagen an Turnierleiter Franz Schulze-Bisping und den RSV. Ihr seht sicherlich auch im nächsten Jahr wieder mindestens einen Unser Fritzer, auch wenn das Spiellokal gewechselt werden muss 🙂