Am letzten Wochenende (06. – 08.03.26) war es wieder so weit. Das nächste Turnier der DSAM, Deutsche Schach Amateur Meisterschaft, stand an. Gespielt wurden 5 Runden im Maritim Hotel am Flughafen in Hannover mit einer Bedenkzeit von 90 Minuten für 40 Züge und 15 Minuten Zusatzzeit. Zusätzlich gab es 30 Sekunden pro ausgeführten Zug dazu. Von unserem Verein machte sich diesmal nur Chris Engelmann auf den Weg nach Niedersachsen. Er trat in der Gruppe D an, welche eine Spielstärke von 1601 – 1750 DWZ/ELO vorsieht.
Für die erste Runde Freitag Morgen hätten ich (Chris) und mein Gegner uns den “weiten” Weg nach Hannover sparen können. Es kam direkt zum Bezirksduell gegen Timo Schneider, einer der vier Turnierteilnehmer vom SV Datteln. Die Partie selbst bot auch wenig spektakuläres, sodass wir uns auf ein friedliches Remis nach 15 Zügen einigten. In der zweiten Partie des Tages wollte ich dann mit weiß einen vollen Punkt holen. Aber im Leben bekommt man nicht immer das was man möchte. Nachdem ich eine Kombination meines Gegners übersehen hatte, was mich einen Bauern gekostet hat, musste ich darum kämpfen überhaupt etwas Zählbares mitzunehmen. Mit viel Mühe und Not konnte ich in ein Damenendspiel abwickeln und ein Dauerschach herausholen, sodass auch die zweite Partie Remis ausging.
Samstag Morgen stand dann pünktlich um 09:00 Uhr Runde 3 mit schwarz an. Nachdem die ersten Theoriezüge in der italienischen Eröffnung gespielt waren, spielte mein Gegner im Übergang zum Mittelspiel etwas ungenau. Durch einen taktischen Qualitätsgewinn und eine unschöne Stellung gab mein Gegner somit bereits nach 14 Zügen auf und es stand der erste volle Punkt auf dem Zählkonto. Die zweite Partie des Tages ging deutlich länger. Ich überspielte meinen 13 jährigen Gegner ein wenig, der auf die Rochade verzichtet hat und selbst am Königsflügel angreifen wollte. In der Folge musste er sich aber selbst einem zähen Verteidigungskampf stellen. Auch wenn er viele gute Verteidigungszüge gefunden hat, konnte er die Stellung mit dem König in der Mitte irgendwann nicht mehr halten. Somit fuhr ich meinen zweiten Punkt des Tages ein.
Mit drei Punkten aus vier Partien ging es somit in die Schlussrunde am Sonntag Morgen. In der Partie passierte nicht viel, sodass es nach der dritten schnellen Partie mit Schwarz aussah. Deshalb hab ich mir gedacht, ich muss mir selbst das Leben bzw. die Partie schwer machen und habe ein Damenschach meines Gegners zugelassen, wonach ich mit meinem König nach d7 musste, wenn ich meinen Turm behalten wollte. In der Folge brauchte ich dann nicht mehr viel überlegen, denn ich hatte immer nur noch einen Zug, der legal ist, der nicht die Dame einstellt und nicht sofort zum Matt führt. Über die Felder e6, f6 und g6 wanderte mein König bis nach h6. Mein Gegner fand allerdings die Fortsetzung zum Matt oder in ein gewonnes Endpsiel nicht, sodass ich mich tatsächlich stabilisieren konnte und mein Gegner im Dame/Springer-Endspiel mein Remisangebot annahm.
Als persönliches Turnier-Fazit: Ungeschlagen landete ich mit 3,5 Punkten auf Platz 23 in meiner mit 126 Teilnehmern gut besetzten Gruppe. Mit dem Ergebnis und den Spielen mit Ausnahme meiner, auch im sprichwörtlichen Sinne, Sonntagspartie bin auf jeden Fall sehr zufrieden. Die Spielbedingungen in Hannover waren sehr angenehm. So konnten fast alle Teilnehmer in den 7 Gruppen in einem großen Raum spielen und die Orga lief wieder hervorragend, sodass jede Runde nach ein paar Ansagen pünktlich gestartet ist. Einzig nicht so toll war, dass die günstigen Getränkepreise vom letzten Turnier in Bonn nicht übernommen wurden und wieder der “Hotelpreis” für Getränke galt.
Und als persönliches Hannover-Fazit: Ich war durch das Turnier zum ersten Mal in Hannover. Und ich komme auch sehr gerne wieder. Da ich bereits Mittwoch angereist bin und bis Montag geblieben bin, hatte ich auch Zeit für ein Besuch im Zoo am Donnerstag und konnte das Fußballspiels Hannover 96 – Greuter Fürth live in der Arena am Sonntag verfolgen. Und obwohl der Spielort am Flughafen etwas außerhalb von Hannover liegt, konnte ich durch meine schnellen Partien am Morgen auch ein erfrischendes Getränk in der Sonne auf der Restaurantterasse am Maschsee genießen oder ein Abstecher zur Stärkung in die Markthalle machen. Alles in allem ein echt tolles Wochenende. Das einzig Negative war die Heimniederlage von Hannover am Sonntag. Wobei auch das aus Schalker Sicht eigentlich positiv zu sehen ist.
Bereits in knapp 2 Wochen steht dann das nächste Turnier der DSAM an. Es geht für mehrere Unser Fritzer an die Ostsee nach Travemünde.
- Chris

Hallo Chris! Ein sehr schöner Bericht und Glückwunsch zu einem offenbar auch erfolgreichen Turnier!